Manchmal reicht ein Geräusch, um Erinnerungen zu wecken.
Das Rascheln von Maiskörnern, das leise Rieseln von Sand oder das dumpfe Klingen von Nüssen – vertraute Klänge, die oft tiefer wirken als Worte.
Das Hörmemory mit Naturmaterialien ist eine einfache, wirkungsvolle Aktivierung. Es spricht gezielt den Hörsinn an, fördert Aufmerksamkeit und Konzentration und lädt ganz nebenbei zu Erinnerungen und Gesprächen ein.
Was Du brauchst
- kleine, gut verschließbare Dosen
(z. B. alte Filmdosen, Salbentiegel, Überraschungseierdosen) - unterschiedliche klingende Naturmaterialien, z. B.
Sand, Nüsse, Mais, Kerne, kleine Steine
Achte darauf, Materialien zu wählen, die der Person mit hoher Wahrscheinlichkeit vertraut sind. Bekannte Klänge erleichtern das Wiedererkennen und wecken eher Erinnerungen.
Vorbereitung
Befülle jeweils zwei Dosen mit dem gleichen Material, sodass passende Klangpaare entstehen. Verschließe die Dosen gut und mische sie anschließend durcheinander.
Die Dosen sollten in der Hand gut greifbar sein und sich leicht schütteln lassen.
So läuft die Aktivierung ab
Gib jeweils eine Dose in die Hand oder schüttle sie selbst und lade die Person ein, aufmerksam zu lauschen.
- Wie klingt das Geräusch?
- Ist es hell, dumpf, leise, kräftig?
Nun wird eine zweite Dose geschüttelt.
- Klingen die beiden Dosen gleich?
- Gehören sie zusammen?
Das Tempo ist dabei ruhig und angepasst. Es geht nicht um Schnelligkeit oder richtiges Raten, sondern um das genaue Wahrnehmen der Klänge.
Raum für Assoziationen und Erinnerungen
Neben dem Wiedererkennen der gleichen Geräusche darf gern gefragt werden:
- „Was könnte da wohl drin sein?“
- „Kennen Sie dieses Geräusch von früher?“
- „Woran erinnert Sie das?“
Oft entstehen Gespräche über Küche, Garten, Erntezeiten, Vorratshaltung oder frühere Arbeiten. Wenn es stimmig ist, können die Dosen anschließend geöffnet werden, um den Inhalt gemeinsam zu betrachten.
Welche Erinnerungen oder Geschichten sind damit verbunden?
Alles darf erzählt werden – nichts muss.
Warum das Hörmemory so gut wirkt
Diese kurze Aktivierung:
- fördert Aufmerksamkeit und Hörwahrnehmung
- unterstützt kognitive Fähigkeiten ohne Überforderung
- regt Biografiearbeit und Gespräche an
- ist auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität gut geeignet
Besonders bei Menschen mit Demenz oder eingeschränktem Sehvermögen kann das bewusste Lauschen einen guten Zugang schaffen.
Tipp aus der Praxis
Auch bei Unsicherheit oder „falschen“ Zuordnungen gilt:
Das Gespräch, das Lauschen und das gemeinsame Erleben sind wichtiger als das Ergebnis.

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